Reisetipp Peru: Ayacucho – Stadt der 33 Kirchen, die Wari-Ruinen und typisch peruanisches Stadt-Feeling

Die schönsten Sehenswürdigkeiten von Peru? Machu Picchu, Cusco, Máncora, Titicaca-See und der Santa Cruz Trek bei Huaraz? Klar, die gehören sogar zu den schönsten Sehenswürdigkeiten ganz Südamerikas.
Der Triumphbogen (Arco del Triunfo) und eine der vielen Kirchen in Ayacucho
Der Triumphbogen (Arco del Triunfo) und eine der vielen Kirchen in Ayacucho
Peru hat aber bekanntlich noch viel mehr zu bieten. Die gemütliche Stadt Ayacucho gehört dazu und ist mir als sehr angenehme peruanische Stadt in Erinnerung geblieben. Obwohl ich nicht lange dort war, ist Ayacucho meine peruanische Lieblingsstadt.

Städtereise in Peru (bzw. Südamerika)? Eher nicht!

Um es mal gesagt zu haben: Eine der Erkenntnisse meiner Südamerika-Reise ist, dass man diesen Kontinent sehr wahrscheinlich nicht wegen der Städte besucht. Gut, Rio de Janeiro ist die „Cidade maravilhosa“, viele Reisende finden Buenos Aires toll (ich nicht!) und La Paz ist wirklich beeindruckend. Aber mal ehrlich: 12 Stunden Flug für eine überbewertete Copacabana und exklusiv für Touristen zelebriertes Tango-Getanze. Wohl kaum!

Wenn’s um Städte geht, gibt’s angenehmere Optionen: 1-2 Stunden Flug bringen uns nach London, Paris, Rom oder Hamburg (meine Lieblingsstadt), ein paar Stunden Zug oder Auto nach Rothenburg ob der Tauber. Trotzdem gehören Städte natürlich auch zu einer Südamerika-Reise. Und da ist wiederum Peru nicht gerade führend: Lima ist eher unbeliebt, Chiclayo habe ich als wenig attraktiv in Erinnerung, Cusco kennt ohnehin jeder und hat außerdem ob des Massentourismus sehr an Authentizität eingebüßt. Ayacucho ist daher nach Einschätzung von ulmis Reisen eine interessante Alternative (oder Ergänzung) auf der Route durch Peru.

Mal im Vorbeigehen Ayacucho kennenlernen! Einfache Anreise!

Das rund 150.000 Einwohner zählende Ayacucho liegt sehr praktisch: Ungefähr auf halber Strecke zwischen der peruanischen Küste (Pisco) und dem berühmten Cusco (von wo aus man in der Regel die Anreise zur Ruinenstadt Machu Picchu startet) gelegen, kommt fast jeder auf dem Landweg reisende Peru-Backpacker an dieser Stadt vorbei. Die Anreise ist also denkbar einfach. Für mich war Ayacucho beispielsweise eher zufälliger Zwischenhalt auf dem Weg von Huancavelica nach Cusco.

Was (bzw. welche Sehenswürdigkeiten) gibt es in (und um) Ayacucho zu sehen?
Das Altstadt-Ambiente von Ayacucho: Plaza de Armas, Fußgängerzone und Kirchen

Was mir in Ayacucho vor allem gefallen hat, ist, dass es eine Fußgängerzone gibt. In vielen südamerikanischen Städten findet man keine Fußgängerzone.

Die Fußgängerzone von Ayacucho, im Hintergrund der Triumphbogen
Die Fußgängerzone von Ayacucho, im Hintergrund der Triumphbogen

Außerdem hat Ayacucho eine sehr schöne Plaza de Armas, eine der schönsten Südamerikas wie ich finde.

Plaza de Armas in Ayacucho
Plaza de Armas in Ayacucho

Umrahmt wird der Platz von Gebäuden mit kolonialzeitlichen Balkonen und Bögen-Galerien sowie von einer Kirche. Zusammen mit der mit viel Grün bepflanzten Mitte des Platzes mag an der Plaza schon fast mediterrane Stimmung aufkommen. Das sind keine klassischen Sehenswürdigkeiten, aber diese Innenstadt lädt definitiv zum Verweilen ein. Die vielen Kirchen (Ayacucho wird auch „Stadt der 33 Kirchen“ genannt) komplettieren das hübsche Ambiente.

Typisch peruanisches Stadt-Feeling

Verlässt man den kleinen Altstadt-Kern, ändert sich dieses Ambiente schlagartig, es geht jetzt deutlich ruppiger zu: Chaotischer und lauter Verkehr, schäbige Gebäude, dreckige Straßen und ein wildes Gewusel von umtriebigen und geschäftigen Menschen.

Die peruanische Spezialität Lomo Saltado. Auch Kulinarisches und peruanische Spezialitäten gehören zum Stadt-Feeling
Die peruanische Spezialität Lomo Saltado. Auch Kulinarisches und peruanische Spezialitäten gehören zum Stadt-Feeling
Budín (de pan): Peruanischer Kuchen und auch eine Spezialität des Andenstaates
Budín (de pan): Peruanischer Kuchen und auch eine Spezialität des Andenstaates

Aber eben auch das gehört zu einem typisch peruanischen Stadt-Feeling und ist genauso Teil der Erlebnisse eines Peru-Besuches wie Lima oder Machu Picchu.

Das Museum „Museo de la Memoria“

Ayacucho hat ein paar Museen zu bieten. Interessant dabei vor allem das Museum Museo de la Memoria: Ein kleines Museum, das sich die politische Gewalt der 80er- und 90er-Jahre, unter der viele Peruaner litten, zum Thema gemacht hat.

Der Triumphbogen (Arco del Triunfo) von Ayacucho

Nicht nur Paris hat einen. Auch in Ayacucho gibt es einen Triumphbogen zu besichtigen. Direkt am Beginn der Fußgängerzone und sehr hübsch. Er erinnert an die siegreiche Schlacht gegen die Spanier am 2. Mai des Jahres 1886.

Der Aussichtspunkt „Mirador de Acuchimay“

Hoch über der Stadt bietet sich dieser schöne Aussichtspunkt an, um einen tollen Blick über die Stadt Ayacucho und die umliegende Bergwelt zu genießen.

Der schöne Aussichtspunkt Mirador de Acuchimay hoch über Ayacucho...
Der schöne Aussichtspunkt Mirador de Acuchimay hoch über Ayacucho…
...mit gutem Blick bis zur Plaza de Armas
…mit gutem Blick bis zur Plaza de Armas
Die Wari-Ruinen (Ciudad de Huari), Machu Picchu light

Peru hat als ehemaliges Zentrum des Inkareiches und Heimat weiterer Kulturen unzählige Ruinenstätten zu bieten (z.B. die Ruinenstadt (Pyramiden) von Caral oder die beeindruckend gelegenen Ruinen der Festungsstadt Kuelap).

Anschauliche Zeittafel der peruanischen bzw. südamerikanischen Kulturen
Anschauliche Zeittafel der peruanischen bzw. südamerikanischen Kulturen

So hat auch die Umgebung von Ayacucho Ihre „Zeitzeugen“ (in Form von Ruinen) einer längst vergangenen Kultur, der Wari-Kultur (auch Huari-Kultur). Sie beherrschten noch einige Jahrhunderte vor den Inkas große Teile Südamerikas.

Ciudad de Huari (Wari-Ruinen)
Ciudad de Huari (Wari-Ruinen) – Übersichtsplan

Die Ruinen der Stadt Ciudad de Huari liegen rund 25 Kilometer von Ayacucho entfernt und sind ziemlich gut erhalten: Tempel, Gräber und Wohngebäude können – original erhalten – gut nachvollzogen werden.

D-förmiger Tempel in den Wari-Ruinen (Ciudad de Huari)
D-förmiger Tempel bei den Wari-Ruinen (Ciudad de Huari)
Mehrstöckige Grabanlage in den Wari-Ruinen (Ciudad de Huari)
Mehrstöckige Grabanlage bei den Wari-Ruinen (Ciudad de Huari)
Ein Ausflug zur Ruinenstadt ist auch landschaftlich interessant
Ein Ausflug zur Ruinenstadt ist auch landschaftlich interessant….
...hat was von Wüste
…hat was von Wüste
Santuario histórico de la Pampa de Ayacucho

Knapp 40 Kilometer von Ayacucho entfernt befindet sich dieses beeindruckende Monument. Der Obelisk erinnert an die Batalla de Ayacucho (Schlacht von Ayacucho), die als letzte große Schlacht der Kämpfe um die Unabhängigkeit von den spanischen Kolonialisten bezeichnet wird. Sie fand am 9. Dezember 1824 statt, weshalb jedes Jahr am 9. Dezember die Schlacht mit Tausenden von Schauspielern nachgespielt wird. Ein historischer Ort also, an dem das Erlebnis noch mit einer tollen Aussicht über das „Schlachtfeld Pampa de Ayacucho“ aufgewertet wird.

Hast Du Fragen zu diesem Artikel? Melde Dich bei mir!

2 Gedanken zu „Reisetipp Peru: Ayacucho – Stadt der 33 Kirchen, die Wari-Ruinen und typisch peruanisches Stadt-Feeling“

    1. Hallo Kathi,

      Danke für Deinen Kommentar. Dann viel Spaß, wenn Du es dann mal irgendwann nach Peru schaffst.
      Grüßle
      ulmi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.