Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Chile – Die Top-Sehenswürdigkeiten sowie Geheimtipps für Südamerika-Backpacker mit viel Zeit, Teil 3

Zehn der für ulmis Reisen schönsten Sehenswürdigkeiten von Chile hast Du in den ersten beiden Teilen dieses Artikels (Teil 1, Teil 2) bereits kennengelernt. ulmis Reisen wäre aber nicht ulmis Reisen, wenn es einfach nur mit „Top 10 der besten und schönsten Sehenswürdigkeiten Chiles“ aufwarten würde. Erstens kann ich nicht behaupten, welche der Sehenswürdigkeiten die besten sind und zweitens: Warum Top 10? Wer sagt, dass es genau zehn schönste Sehenswürdigkeiten geben muss, oder die besten zehn Highlights von Chile?
Eine Liste der Aufzüge von Valparaíso
Eine Liste der Aufzüge von Valparaíso
ulmis Reisen hat einfach die nach persönlicher Einschätzung schönsten Sehenswürdigkeiten, die in Chile (bis auf eine Ausnahme) selbst besucht wurden, gesammelt und in diesen Artikeln veröffentlicht. Es werden nun die Top 14 der Lieblings-Sehenswürdigkeiten von Chile, nach Meinung von ulmis Reisen. Teil 3 geht los mit Valparaíso, der studentischen Hafenstadt mit dem alternativen Flair, bringt mit der Insel Chiloé und der Carretera Austral noch zwei weitere sehr bekannte Touristen-Ziele in Chile. Und schließt mit einem Insidertipp ab, dem Nationalreservat Malalcahuello, ein Geheimtipp und Alternative zum sehr bekannten Nationalpark Conguillío.

Valparaíso – die Hafenstadt mit vielen Studenten, alternativer Szene, Künstlern, Pablo Neruda und dem angeblich schönsten Ort, um in Südamerika Sylvester zu feiern

Valparaíso ist neben Santiago de Chile die wichtigste Stadt in Chile, zumindest was die Großstädte angeht. Von der chilenischen Hauptstadt aus, ist Valpo, wie Valparaíso von den Chilenen auch genannt wird, sehr einfach und in nur eineinhalb bis zwei Stunden per Bus zu erreichen. Ideal also für alle Chile-Reisenden, die sowieso in Santiago de Chile vorbeikommen.

Valparaíso ist eine beliebte Stadt bei Studenten. Kein Wunder, gibt es doch verschiedenste universitäre Institute und vor allem: ein blühendes Nachtleben mit vielen kleinen Restaurants, Bars, Kneipen und Clubs. Das reicht von der etwas abgefuckten Spelunke bis hin zur Großraum-Edel-Diskothek. Valparaíso ist ein Paradies für etwas alternativ angehauchte Menschen und Künstler: Die bunten Häuser, teilweise künstlerisch bemalt, sind eine Touristen-Attraktion und gehören fest zum Stadtbild und der Identität Valpos.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise das nationale Marine-und Seefahrtsmuseum (Museo (Naval y) Marítimo Nacional) sowie der Kongress des Landes Chile, ein imposantes Gebäude. Herausragendstes Merkmal der Stadt ist aber wohl, wie die Gebäude und Häuser der Stadt an die Richtung Landesinneres ansteigenden Hügel (sogenannte Cerros) gebaut wurden.

Einer der Aufzüge im Design der chilenischen National-Flagge
Einer der Aufzüge im Design der chilenischen Nationalflagge

Zahlreiche Aufzüge in Form von Zahnradbahnen erleichtern den Einheimischen von Valparaíso sowie den Besuchern der Stadt den Aufstieg in die Cerros. Immerhin wohnen die meisten Menschen an oder auf den Hügeln, ebenso wie Unterkünfte für Touristen (Tipp Unterkunft Valparaíso: Casa Kreyenberg) und auch Sehenswürdigkeiten. Das muss man auch für die Besichtigung eines der Häuser des verstorbenen und wohl größten chilenischen Dichter Pablo Neruda, der – gäbe es nicht Isabel Allende (u.a. „Das Geisterhaus“ – „La casa de los espíritus“, „Mein erfundenes Land“ – „Mi país inventado“) – vermutlich auch der berühmteste Schriftsteller Chiles wäre.

Die Lage an den Hängen ist sicher auch einer der Hauptgründe, warum viele Einheimische behaupten, das schönste Sylvester würde man in Valparaíso feiern können: Der Ausblick über die Stadt ist in der Sylvesternacht noch beeindruckender, wie er ohnehin schon an einem ganz normalen Tag bzw. Abend ist.

Ausblick über den Hafen und die Bucht von Valparaíso
Ausblick über den Hafen und die Bucht von Valparaíso

Reisende, die nach Chile gekommen sind, um unter anderem Strandurlaub zu machen, sind in Valparaíso ebenfalls gut aufgehoben: Es gibt in und um Valpo einige Strände, von denen aber nur wenige zum Baden geeignet sind, man sich also vorher informieren sollte, z.B. hier: Strände (Playas) von Valparaíso.

Chiloé – größte Insel des Andenstaates Chile, mit ein paar Geheimtipps, Mythen und traditionellen Spezialitäten

Chiloé ist voll mit Sehenswürdigkeiten, weshalb ulmis Reisen gleich zwei Artikel spendiert hat: Top-Sehenswürdigkeiten Chiloé, Chile, Teil 1; Top-Sehenswürdigkeiten Chiloé, Chile, Teil 2. Zu den schönsten Orten auf Chiloé zählen beispielsweise – kennt man die Insidertipps – verlassene und noch ursprüngliche Strände, Felsküsten und Lagunen. Chepu und Duhatao sind hierzu die Stichwörter. Im Nordwesten der Insel können Naturliebhaber auf den Islotes de Puñihuil (Inselchen von Puñihuil) Pinguin-Kolonien besuchen.

Für diejenigen Reisenden, die weniger auf Natur als vielmehr auf Kultur und schöne Gebäude stehen, für die hält Chiloé einige architektonische Leckerbissen bereit: Die bunten Stelzenhäuser von Castro und die auf der ganzen Insel verteilten Holzkirchen, die zum Weltkulturerbe gehören.

Das ist noch lange nicht alles: Im Januar werden in den meisten Gemeinden und Städten Brauchtumsfeste, sogenannte Fiestas Costumbristas, Festivales Costumbristas oder Muestras Costumbristas. Hier bieten die Veranstalter neben kulturellen Vorführungen von Bräuchen der Insel Chiloé (Tänze, etc.) vor allem allerhand aus der Küche Chiloés an: Spezialitäten, die Du probieren kannst, sind beispielsweise: Curanto, Milcao, Chochoca al Palo, Chicha, Cordero Patagónico („patagonisches Lamm“). Auch außerhalb der Brauchtumsfeste bekommst Du diese kulinarischen Spezialitäten.

Curanto-Essen in einem kleinen Restaurant in Ancud auf der Insel Chiloé

Wer immer noch nicht genug von chilotischer Kultur bekommen hat, dem sei empfohlen, sich mit den Mythen der Insel, allen voran „El Trauco“ und „El Caleuche“ zu beschäftigen. Chiloé, häufig nicht auf der Reiseroute durch Chile, auch nicht bei Backpackern auf Südamerika-Backpacking-Tour, ist eine Reise wert und zählt für ulmis Reisen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Chile.

Das Naturreservat (Nationalreservat) Malalcahuello – ein Geheimtipp für Wander- und Trekkingfreunde, die Chiles Natur entdecken wollen

Kaum ein Artikel bei ulmis Reisen ohne Südamerika-Geheimtipp. Das Nationalreservat Malalcahuello ist ein solcher Geheimtipp, der mir als Insidertipp von einem durch Chile reisenden Pärchen angetragen wurde, als wir uns an einem verregneten Abend auf einem Campingplatz an der Carretera Austral getroffen hatten. Für sie war es eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Chile, vor allem weil sie dort Trekking in unberührter Natur und ohne Massentourismus machen konnten. Dies ist einer der ganz wenigen Orte, über den auf ulmis Reisen berichtet wird, den ich nicht selbst bereist habe. Dafür war der Insidertipp für meine liebe Schwester wertvoll, die in ihrem Chile-Urlaub das Nationalreservat Malalcahuello – quasi stellvertretend für mich – besucht hat.

Das Spezielle an diesem Reservat ist, dass es relativ unbekannt ist und es daher sein kann, dass man (fast) keine anderen Touristen trifft. Genau das Richtige für Chile-Backpacker mit viel Zeit, die auch gerne abseits der ausgetretenen (Touristen-)Pfade unterwegs sind. In der gleichen Gegend befindet sich der sehr bekannte Nationalpark Conguillío. Vielleicht der Grund, warum nur wenige Reisende im Nationalreservat Malalcahuello Trekking machen.

Was gibt es im Naturreservat Malalcahuello zu entdecken?

Karge Gesteinslandschaften aus vulkanischem Gestein, schroffe Berge, schneebedeckte Vulkane, die für diese Region typischen Bäume, die Araukarien (Araucarias) mit ihren Sonnenschirm-förmigen Wipfeln. Und viele Tiere. Beispielsweise Vichazas, Wanderfalken, Frösche und sogar Nattern bewohnen die Gegend.

Ein ausführlicher Bericht über das Naturreservat Malalcahuello wird auf ulmis Reisen noch erscheinen.

Die Carretera Austral im chilenischen Patagonien – abenteuerliches Reisen in Chiles wildem Süden

Die Carretera Austral. Die Straße im (fast) äußersten Süden von Chile. Hauptverkehrsachse in dieser Region Chiles, aber dennoch größtenteils ungeteert. Kilometerlange Abschnitte ohne Anzeichen von Zivilisation. Selbst für Backpacker respekteinflößend. Traumgebiet für Hitchhiker. Eine der Top-Sehenswürdigkeiten Chiles!

Ich bereiste nur den nördlichen Teil der Carretera Austral und es hat mich fasziniert. Dort ist man wirklich ab vom Schuss unterwegs. Man kann dies per Anhalter tun, zu Fuß, mit (nur wenigen) Bussen, mit einem selbst gemieteten Auto. Viele Backpacker auf Ihrer Tour durch Südamerika und Chile haben Respekt vor der Carretera Austral. Ich hatte das auch: Man weiß nicht genau, was einen erwartet.

Solche "wilde Campingplätze" erwarten einen an der Carretera Austral, hier in der Nähe von Puerto Ramírez
Solche „wilde Campingplätze“ erwarten einen an der Carretera Austral, hier in der Nähe von Puerto Ramírez

Ist man einmal dort, ist es – wie so häufig – einfacher als gedacht. Von einer Unterkunft / Campingplatz zur / zum nächsten können es zwar manchmal ein paar zig Kilometer sein. Ist man aber vorbereitet und hat ein Zelt, etwas Proviant und einen Schlafsack dabei, ist alles kein Problem. Das macht es auch so spannend: Hat einen einmal das Glück verlassen und niemand gabelt einen beim Trampen am Straßenrand auf, kann das Zelt spontan irgendwo an einem Fluss aufgeschlagen werden.

Versuch, von Villa Santa Lucía weiter südlich zu trampen, schlägt leider fehl...
Versuch, von Villa Santa Lucía weiter südlich zu trampen. Schlägt leider fehl…
...dafür campte ich nördlich von Villa Santa Lucía an diesem herrlichen Ort am Fluss. Herrlich, wie der Tag erwacht...
…dafür campte ich nördlich von Villa Santa Lucía an diesem herrlichen Ort am Fluss. Herrlich, wie der Tag erwacht…

Mir ging das so in Villa Santa Lucía, an einem „Knotenpunkt“ der Carretera Austral, wo es Richtung Osten nach Futaleufú abgeht, wo viele Backpacker hingehen, um auf dem wilden Fluss Río Futaleufú Rafting zu machen. Von Palena kommend war mein Ziel das südlichere La Junta. Als mich aber stundenlang keiner mitnahm bestand Plan B darin, nördlich etwas außerhalb von Villa Santa Lucía das Zelt aufzubauen (an einem herrlichen Ort direkt am Fluss und außerhalb Sichtweite der Straße), die Nacht zu verbringen und am nächsten Tag Richtung Norden zu reisen. Mit mehr „Per-Anhalter-Glück“!

Obwohl noch keine einzige Sehenswürdigkeit an der Carretera Austral genannt wurde, ist das Entscheidende beschrieben: Der Geist des Reisens an der Carretera. Das eigentliche Highlight an der Carretera Austral ist aus meiner Sicht die Art und Weise des Reisens. Wochenlang kann man sich hier rumtreiben und völlig flexibel und spontan reisen und schauen, wo es einen hintreibt. Ist das eigene Zelt mit in der Trekkingausrüstung des Südamerika-Backpackers, so lässt es sich quasi überall nächtigen.

Die Thermal-Quellen "Termas El Amarillo". Hier lässt sich's entspannen.
Die Thermal-Quellen „Termas El Amarillo“. Hier lässt sich’s entspannen.

Nach einer langen und anstrengenden Tageswanderung (immer mit kompletter Trekkingausrüstung und Proviant!) oder erfolglosem „Trampen an der Carretera Austral“ kann bei einem angenehmen Bad in einem der natürlichen Thermalbäder, z.B. den Thermalquellen Termas El Amarillo entspannt werden. Das macht die Carretera Austral zu den herausragendsten Sehenswürdigkeiten von ganz Südamerika.

Campen an einem See im Nationalpark Hornopirén
Campen an einem See im Nationalpark Hornopirén

Dennoch die Top-Sehenswürdigkeiten der Carretera Austral: Der hängende Gletscher im Nationalpark Quelat, die Marmor-Kapellen / Marmor-Kathedralen (Capillas / Catedrales de Marmól), der Nationalpark Hornopirén, der Pumalín-Park, verschiedene Thermalquellen an oder in der Nähe der Carretera, das Tal Valle Cochamó, der See Lago General Carrera, der mächtige Gletscher San Rafael, das nur über Stege begehbare Küstendörfchen Caleta Tortel…um nur einige wenige zu nennen. Die Carretera Austral ist förmlich übersäht mit Naturparks, Nationalparks, tollen Landschaften, türkisgrünen Seen, tollen Aussichten auf Vulkane, wilden Flüssen und vielem mehr.

Die eine oder andere Sehenswürdigkeit dieses Artikels hat schon ihren eigenen Beitrag auf ulmis Reisen erhalten. Gehst Du über die Suchfunktion hier bei ulmis Reisen oder folgst Du den Links im Text dieses Artikels, so wirst Du diese Beiträge finden.

Vielleicht fällt mir irgendwann noch mehr ein, aber: Dies war vorerst ulmis Reisens Beitrag zu den „schönsten Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps sowie Insidertipps“ zum Andenstaat Chile.

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