Eine Hommage an südamerikanisches Straßenessen – Ein Hoch auf Street-Food in Südamerika

Ein ganz wichtiger Grund, warum Backpacker backpacken, sind die kulinarischen Erlebnisse, die man auf Reisen macht. Auf einem Kontinent wie Südamerika, in dem viel des kommerziellen Lebens auf der Straße stattfindet, versuchen viele Menschen durch das Angebot von Kulinarischem – ebenso dort im Freien – ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So entstehen an Straßenecken, Busbahnhöfen, auf öffentlichen Plätzen oder Straßenmärkten zahlreiche Garküchen, die Straßenessen, auch Street-Food genannt, anbieten. Es ist zwar meist nicht die hohe Kochkunst, aber in der Regel schmackhaft, günstig und habhaft. Und auf jeden Fall eine authentische Art, sich auf einer Reise durch Südamerika zu ernähren. Auf der Straße essen ist definitiv Teil der Reise-Erfahrungen auf diesem Kontinent. Lass Dir das nicht entgehen!
08:24 Uhr, La Paz, Bolivien, Avenida Ismael Montes:

Noch etwas verschlafen schwingst Du Dich aus Deinem durchgelegenen Bett. Du hattest wieder einmal den besten Deal ergattert und eine sehr günstige Unterkunft gefunden. Dusche auf der Etage, die Rezeption war nachts nicht mehr besetzt als Du von Deinem Feierabend-Bier zurückkamst und Frühstück ist sowieso nicht inbegriffen. Dafür sind die Duschen warm, Du wohnst in einer zentralen Lage und Du bezahlst nur halb so viel wie im Backpacker-Hostel nebenan.

Kein Frühstück = Du gehst mit Hunger auf die Straße. Es ist zwar nur ein leichter, da Dir das Bier vom Vorabend noch etwas im Magen liegt. Aber Nahrungsaufnahme kann nichts schaden, um fit für ein bisschen Sightseeing durch La Paz zu sein. Also raus auf die belebten Straßen von La Paz, vorbei an den kleinen Holzbaracken, aus denen Bücher verkauft werden. Vorbei auch an der kleinen Fast-Food-Bude. Ein bolivianischer Hamburger mit weichen Pommes Frites ist für Deinen Start des Tages nicht das Richtige. Von weitem siehst Du schon, wie die Geschäftsleute vor den kleinen Holzschemeln stehen, auf den sie einen Fuß stellen, damit der auf dem hinteren Teil des Schemels sitzende Schuhputzer die Schuhe wieder blitzen lässt.

Lange Rede, kurzer Sinn? Ganz und gar nicht. Auch wenn der Titel nicht „Meine schönsten Backpacker-Erfahrungen in Bolivien“ heißt: Südamerikanisches Straßenessen genießen heißt „Erleben“, es „wie die Einheimischen tun“, „spontan sein“. Deshalb solltest Du kurz mitreisen, diese kleine südamerikanische Reisegeschichte miterleben.

Strategisch positioniert, haben ganz in der Nähe der Schuhputzer gleich mehrere Frauen Ihre Verkaufsstände abgestellt: Kleine Blech-Karren mit großen Rädern. Von Hand können sie geschoben und an der Verkaufsstelle platziert werden. Oben drauf eine Abstellfläche, die mit einem „Geländer“ umrahmt ist, damit die dort abgestellten Plastik-Kannen nicht herunterfallen. In den Plastik-Kannen typisch bolivianisches Straßenessen bzw. Straßengetränke. Zu empfehlen: Avena con Leche (Haferflocken mit Milch) und Quinoa con Manzana (Quinoa mit Apfel). Beides ist kostengünstig, warm und sehr nahrhaft, warum es sich besonders als schnelles, aber energiespendendes Frühstück eignet.

La Paz erwacht: Morgendliche Szene an der Avenida Ismael Montes
La Paz erwacht: Morgendliche Szene an der Avenida Ismael Montes

Im kulinarischen Erlebnis inbegriffen: Eine kleine Unterhaltung mit den meist redseligen Damen, um einmal mehr Neues über Land und Leute zu erfahren. Solche Unterhaltungen mit einheimischen Südamerikanern ist übrigens auch eine tolle Möglichkeit, um in Südamerika die Landessprache – in dem Fall Spanisch – zu lernen. Diese Situationen habe ich auf meiner Backpacking-Reise durch Südamerika geliebt.

Street-Food kannst Du in allen südamerikanischen Ländern erhalten. Selbst in den moderneren wie Brasilien (z.B. Acarajé, Tapioca, Pamonha), Argentinien (z.B. Empanada, Choripan) und Chile (z.B. Sopaipilla, Completo, Mote con Huesillo (chilenisches Erfrischungs-Getränk)) spielt das Straßenessen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Kulinarik des Landes.

Dieser Artikel soll keine Aufzählung von verschiedenen Straßenessen aus Südamerika sein, sondern das Erlebnis und die Erfahrung vom „Essen auf der Straße in Südamerika“ im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen und Dich ermutigen, auf der Straße zuzugreifen. Für einen schnellen Überblick über einige der Angebote von Essen, Trinken oder auch Früchten der Länder Südamerikas verhole Dich auf meine Länder-Fazits unter Länder: Meine Eindrücke. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit! Ein paar Original-Rezepte südamerikanischer Spezialitäten findest Du hier: Kulinarisches und Rezepte.

Bezüglich der Gefahr für Deine Gesundheit und Deinen Magen mach Dir keine allzu großen Sorgen. Der Ruf der südamerikanischen Garküchen auf offener Straße ist schlechter als sie in Realität sind. Genieße die Kulinarik und das Erlebnis!

Noch zwei Highlights von Straßenessen in Südamerika möchte ich Dir zeigen:

Eine Garküche, die quasi ein im freien stehendes (Grill-)Restaurant darstellte, konnte ich in Leticia, Kolumbien, im Amazonasgebiet mehrmals besuchen. Für anständige Preise gab es dort schmackhaftes Essen in guten Portionen und dazu Begleitung durch Einheimische (2. Foto etwas dunkel, aber Du kannst Dir die Szenerie vorstellen):

Straßen-(Grill-)Restaurant in Leticia, Kolumbien, Amazonasgebiet
Straßen-(Grill-)Restaurant in Leticia, Kolumbien, Amazonasgebiet. Im Angebot: Fleischspieße, Fisch am Spieß, Arepas, Würste
Die Szenerie der Garküche / Straßenrestaurant
Die Szenerie der Garküche / Straßenrestaurant

Ei-/Zucker-Schaum mit Gelatine, was in La Paz an vielen Straßenecken oder Plazas (öffentliche Plätze) erhältlich ist und Suchtpotential hat:

Ei-/Zucker-Schaum mit Gelatine auf der Plaza Murillo in La Paz
Ei-/Zucker-Schaum mit Gelatine auf der Plaza Murillo in La Paz

Du siehst: Auf der Straße zu essen, kann eine der größten Bereicherungen und Erfahrungen Deiner Südamerika-Reisen sein. Straßenessen in Südamerika ist lecker, authentisch, günstig und oft auch „gesellig“.

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