Brasilien/Argentinien: Reisetipp Iguazú-Wasserfälle – Kein Geheimtipp Südamerikas, aber ein Highlight

Als ich für meine Südamerika-Reise die ersten Ideen für die Reiseroute sammelte, brannten sich die Iguazú-Wasserfälle sofort in mein Gedächtnis ein. Sie waren fortan fester Bestandteil meiner Planungen zur Reiseroute durch Südamerika, respektive zumindest standen sie auf meiner Liste, da ich die Reiseroute nicht fix plante. Iguazú-Wasserfälle - Nationalpark - Brasilien - Argentinien (3)Die Wasserfälle liegen direkt auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und sind eine der Topp-Sehenswürdigkeiten Südamerikas und daher alles andere als ein Geheimtipp. Kein Wunder lässt kaum ein Backpacker bei seiner Südamerika-Reise das imposante Natur-Schauspiel aus. Die Iguazú-Wasserfälle können sowohl von der brasilianischen, als auch von der argentinischen Seite besucht werden.

Die Wasserfälle von Iguazú auf der argentinischen oder der brasilianischen Seite besuchen?

Häufig fragen sich Touristen – oder stellen diese Frage in den einschlägigen Weltreise-Foren – ob sie die Wasserfälle von der argentinischen Seite oder der brasilianischen Seite besuchen sollen. Eine Frage, die sich pauschal nicht ganz einfach beantworten lässt. Während man auf der brasilianischen Seite die Möglichkeit hat, die kompletten Wasserfälle von Iguazú (spanisch Iguazú, portugiesisch Iguaçu) in einer Ansicht zu betrachten, kann man dies von argentinischem Boden aus nicht. Umgekehrt ist es auf brasilianischem Territorium an kaum einer Stelle möglich, sich inmitten der (nicht in den) tosenden Wasserfluten aufzuhalten.

An die sogenannte Garganta del Diablo kommt man als Besucher ganz nah ran
An die sogenannte Garganta del Diablo kommt man als Besucher ganz nah ran

Letzteres bietet jedoch ein Besuch der Wasserfälle in Argentinien. Müsste ich mich entscheiden, würde ich mich für einen Aufenthalt auf argentinischer Seite entscheiden. Dort gibt es einfach vielseitigere Möglichkeiten, sich aufzuhalten und die Naturgewalten und die Landschaft zu genießen, als im brasilianischen Teil. Besucht man die Fälle von beiden Ländern, so würde ich empfehlen, zuerst Brasilien und dann Argentinien anzusteuern, damit es zwischen der einen und der anderen Perspektive noch eine Steigerung und nicht umgekehrt eine Enttäuschung gibt.

Die brasilianische Seite der Iguazú-Wasserfälle

Hier reichen eigentlich ein paar wenige Stunden, um voll auf seine Kosten zu kommen und eine der herausragendsten Sehenswürdigkeiten von Brasilien und Südamerika zu bestaunen. Das Konzept des brasilianischen Anteils des Nationalparks ist so ausgelegt, dass man auf Wegen und Aussichtspunkten einen Gesamteindruck des Meisterwerks der Natur bekommt.

Überblick auf die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus
Überblick auf die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus

Der Besucher fühlt sich dabei weniger als Teil der Natur – als „mittendrin“ – sondern mehr als Beobachter des Schauspiels. Es gibt zwar ein paar Stellen, an denen man den Wassermassen doch recht nahe kommen kann und bereits einen ersten Eindruck der Gewalten bekommt.

Auf der Suche nach Fressen kommen diese Viecher ganz nah zu den Besuchern (brasilianische Seite)
Auf der Suche nach Fressen kommen diese Viecher ganz nah zu den Besuchern (brasilianische Seite)

Man erlebt dabei mit allen Sinnen: Man sieht die gewaltigen Massen, man hört das Trommeln des Wassers, man atmet die feuchte Luft, man spürt die Gischt auf der Haut. Jedoch gelangt man hier bei weitem nicht so sehr in die Welt des Wasserfalles und seiner tropisch-feuchten Vegetation, wie dies auf argentinischem Boden gelingt. Dennoch ein beeindruckendes Erlebnis.

Die argentinische Seite der Iguazú-Wasserfälle

Für den Ausflug im argentinischen Teil des Nationalparks der Iguazú-Fälle sollte man auf jeden Fall mehr Zeit, am besten einen ganzen Tag, mitbringen. Allein das für Touristen zugängliche Areal ist riesig, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich in diesem seine bevorzugte Route entlang der vielen Wasserfälle zusammenzubauen. Die meisten Touristen steuern zunächst die gewaltige „Garganta del diablo“ (Teufelsschlund) an. Die Garganta del diablo ist das Zentrum der Wasserfälle, sozusagen der Haupt-Wasserfall. Wie um einen u-förmigen Tassenrand stürzen hier die Wassermassen in die Tiefe.

Auf dem Weg zum Teufelsschlund
Auf dem Weg zum Teufelsschlund
Reste von den alten Holz-Pasarelas
Reste von den alten Holz-Pasarelas

Auf sogenannten „Pasarelas“ (Stege) aus Metallgittern gelangen die Besucher hier bis direkt an die Kante des Wasserfalls. Vom „Festland“ aus führen die Wege, die auf robusten, ins Flussbett gerammten Säulen getragen werden, über die Wasserlandschaft des Flusses bis ganz nah an die tosenden Gewalten.

Die Geräuschkulisse ist atemberaubend, genauso wie der Anblick der in die Tiefe stürzenden Wassermassen. Diese Stelle hat für die Tausenden von Touristen eindeutig die größte Anziehungskraft im Nationalpark, am Geländer vor der Teufelsschlund ein Erinnerungsfoto zu machen gehört zu den beliebtesten Foto-Motiven an den Iguazú-Wasserfällen.

Garganta del Diablo, man hört und spürt sie
Garganta del diablo, man hört und spürt sie

Garganta del diablo - Iguazú-Wasserfälle - Nationalpark - Brasilien - Argentinien (20)Entsprechend groß ist der Andrang auf der Aussichts-Plattform, in die der vom „Festland“ kommende Steg mündet. Eine südamerikanische Sehenswürdigkeit mit südamerikanischer Gelassenheit in Ruhe zu genießen, ist hier nahezu unmöglich. Das schmälert den Reiz dieses Naturschauspiels aber keinesfalls.

Doch der Park hat noch viel mehr zu bieten als nur die Garganta del diablo: Verschiedene Wege führen einen zu den sehenswertesten Punkten des Parks. Mal landet man direkt neben nur wenige Meter hohen, treppenförmig angeordneten und nicht sehr breiten, Wasserfällen. Mal steht man auf der Aussichtsplattform nur ein bis zwei Meter über und nur wenige Meter hinter der nächsten Kante, wo Millionen von Kubikmetern Wasser pro Jahr drüber fließen, dahinter der Blick hinunter ins schlammige Wasser des Flussbettes und im Hintergrund die brasilianische Uferseite. Mal trifft man einfach nur auf eine gemütliche Aussichtsplattform mit Parkbank, die zum Verweilen und zum Genuss der tropischen Vegetation einlädt.

Kleinere, treppenförmig angeordnete Wasserfälle
Kleinere, treppenförmig angeordnete Wasserfälle
Ganz nah am Abgrund
Ganz nah am Abgrund
Auch die tropische Vegetation sollte man genießen
Auch die tropische Vegetation sollte man genießen
Beeindruckendes Gesamtbild
Beeindruckendes Gesamtbild
Iguazú-Wasserfälle - Nationalpark - Brasilien - Argentinien (42)
Mit Regenbogen

Apropos Vegetation: Bei all den beeindruckenden Wasserfällen sollte sich der Reisende durchaus die Zeit nehmen, auch die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Der Iguazú-Nationalpark liegt immerhin mitten im tropischen Regenwald. Die Vegetation ist üppig und satt grün.

Bunte Vögel gibt's auch zu sehen
Bunte Vögel gibt’s auch zu sehen

Außerdem wird der aufmerksame Beobachter den ein oder anderen bunten Vogel entdecken. Die angenehm warme, feuchte Luft – hier bei den Wasserfällen noch zusätzlich durch deren Spritzwasser angereichert – einzuatmen ist eine Wohltat.

Anreise zu den Wasserfällen

Von den Städten Foz do Iguaçu (Brasilien) und Puerto Iguazú (Argentinien) gibt es jeweils an den Busbahnhöfen täglich mehrere Busse zu den Wasserfällen. Etwas Tricky wird es dann, wenn Du von der argentinischen Stadt Puerto Iguazú den brasilianischen Teil des Nationalparks besuchen willst und umgekehrt von Foz do Iguaçu zur argentinischen Seite der Iguazú-Wasserfällen kommen willst. Dort gibt es nämlich keine Direkt-Busse. Nicht zu vergessen, dass zwischendrin auch noch die Landesgrenze überquert werden muss. Als sichere Variante kannst Du einfach den Bus zwischen den Busbahnhöfen der beiden Städte nehmen und dann vom Busbahnhof den Bus zu den Wasserfällen. Man kann das Ganze, zumindest auf Brasiliens Seite, auch abkürzen, in dem man sich auf dem Weg zwischen den beiden Städten unterwegs absetzen lässt und dann von einem der Busse (von Foz do Iguaçu kommend) zum Nationalpark-Eingang mitnehmen lässt („Bus per Zeichen anhalten“ nicht vergessen). Frage dazu aber am besten die aktuell besten Verbindungsmöglichkeiten beim Personal Deiner Unterkunft ab.

Unterkunft in Puerto Iguazú oder Foz do Iguaçu?

Persönlich fand ich Puerto Iguazú sympathischer, um mir in einer Unterkunft ein Bett zu nehmen. Das Städtchen hat eine gute Infrastruktur und ist relativ überschaubar, zu Fuß ist also alles gut erreichbar. Es gibt in Puerto Iguazú gleich mehrere HI-Hostels (Hostels des internationalen Jugendherbergsverband Hostel International), falsch machen kann man da in der Regel nicht viel. Ich entschied mich für das Iguazú Falls Hostel, in dem ich mich sehr wohlfühlte. Die Atmosphäre und das Ambiente waren sehr entspannt und es war (zumindest zu dem Zeitpunkt) keines dieser Halligalli-Hostels. Es stehen auch verschiedene Residenciales und Posadas (vergleichbar mit deutschen Pensionen) und natürlich Hotels zur Verfügung.

Foz do Iguaçu ist deutlich größer und unübersichtlicher als Puerto Iguazú, bietet aber den Vorteil, dass es direkt gegenüber der Stadt Ciudad del Este in Paraguay liegt. Ciudad del Este ist ein Einkaufsparadies für alle, die Märkte und südamerikanisches Gewusel lieben.

Es gibt aber auch einen Direkt-Bus von Puerto Iguazú in Argentinien nach Ciudad del Este. Für einen Tagesaufenthalt (z.B. zum Schoppen) braucht man sich meines Wissens keine Aus- und Eingangsstempel für den Reisepass holen.

Fazit Reisetipp Iguazú-Wasserfälle

Die Iguazú-Wasserfälle sind ein absolut lohnendes Erlebnis und gehören eigentlich in jede Reiseroute durch Südamerika. Die wenigsten Backpacker und Langzeitreisenden lassen dieses Naturschauspiel aus.Iguazú-Wasserfälle - Nationalpark - Brasilien - Argentinien (9)

Da Bilder oft mehr als tausend Worte sagen und da es schwierig ist, unter den so vielen schönen Fotos aus dem Nationalpark Iguazú-Fälle auszuwählen, gibt es unten noch eine ausführliche Foto-Galerie.

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