Warum Backpacker backpacken – Ein Erklärungsversuch eines Südamerika-Backpackers

Hast Du keine Bedenken, dass Du nach der Langzeit-Reise keinen Job bekommst? Südamerika ist doch gefährlich? Woher nimmst Du das Geld, wieviel kostet so eine Weltreise eigentlich? Was passiert mit Deiner Wohnung, während Du in Südamerika reist? Was ist, wenn Du unterwegs krank wirst und Du nicht einmal die Landessprache sprichst? Woher willst Du eigentlich wissen, wie man eine Backpacking-Reise richtig planen sollte?
Die ein oder andere dieser Fragen – oder auch gleich alle auf einmal – haben wohl die meisten Backpacker schon gehört bzw. beantworten müssen, als sie sich an die Planung ihrer Weltreise machten. Den ein oder anderen hat es eventuell zum Nachdenken gebracht, ob er dieses „Projekt“ Weltreise wirklich angehen soll.
Es gibt Gründe, warum man eine Weltreise „nicht machen sollte“ oder warum es in der aktuellen Lebenssituation „gerade“ nicht passt, einfach loszuziehen. Es hat nicht mal 60 Sekunden gedauert, diese kleine Auswahl an Gründen gegen eine Langzeitreise aufs Papier bzw. in diesen Artikel zu bringen. Es ist also nicht schwer Gründe zu finden, warum man nicht auf (Backpacking-)Langzeitreise losziehen sollte.
Und es gibt noch viel mehr!
Was aber sind die Gründe für eine solche Langzeitreise (mit dem Rucksack)? Warum gibt es so viele Backpacker? Wie kann man – wie in meinem Fall – seine geliebte Heimat samt Freunden, Familie und gut bezahltem Job „einfach zurücklassen“, um für knapp zweieinhalb Jahre Südamerika zu bereisen? Woran liegt es, dass diese „Verrückten“ die Kosten, Risiken und Unwägbarkeiten einer Backpacking-(Langzeit-)-Reise und die nicht selten sehr lange dauernde Planung der Weltreise (inkl. Sparen) auf sich nehmen? Was ist es, was diese Faszination des Backpacking ausmacht? Ich versuch das in diesem Artikel mal zu erklären.
Warum Backpacker backpacken und langzeitreisen – Grund 1: Die „formelle“ Ausgangssituation im Alltag

Der Mensch möchte ja anscheinend immer das, was er nicht hat. Ein bisschen (oder sogar sehr) trifft das wohl zugegebenermaßen auf uns Backpacker zu. Befinden wir uns in unserem in der Regel sehr wohlbehüteten Alltag in unserem Heimatland, streben wir nach Abenteuer, mehr Freiheit, Abwechslung, neuen Herausforderungen. Wir fühlen uns wie festgesessen in unserem Woche für Woche wiederkehrenden Alltag, der uns nicht selten auch in unserer Freiheit so sehr einschränkt, dass wir uns eingeengt fühlen und wir das Leben an uns vorbeirauschen sehen. Wir fühlen uns, als ob wir uns von Wochenende zu Wochenende „hangeln“ würden und unser Leben verpassen würden. Ich denke, dieser Aspekt der Ausgangssituation trifft auf nicht wenige (künftige) Backpacker zu.

Wenn der Kandidat nun bereits mehrere Jahre etwas Geld auf die Seite legen konnte und idealerweise bereits ein paar Jahre Berufserfahrung vorweisen kann, so ist bereits ein Großteil wichtiger Voraussetzungen für eine Langzeitreise vorhanden. Momentan ohne Partnerin oder Partner zu sein, erleichtert es den meisten Backpackern außerdem, die Planung der Langzeitreise in Angriff zu nehmen. (Natürlich gibt es auch viele weltreisende Paare.) Keine finanziellen Verpflichtungen, z.B. in Form eines zurückzuzahlenden Kredits auf das Häusle und ein guter gesundheitlicher Zustand komplettieren die wichtigsten Voraussetzungen, um guten Gewissens auf Weltreise starten zu können. Die „formellen“ Kriterien einer guten Ausgangssituation sollten damit erfüllt sein.

ACHTUNG: Dies ist keine Verherrlichung des Backpackens im Sinne von einer „Verbesserung des Lebens“ gegenüber dem Alltagstrott und dem heimischen Leben. Es handelt sich lediglich um die Beschreibung einer der Gründe, die Auslöser sein können, dass Menschen einfach einen Rucksack auf den Rücken schnallen, einen One-Way-Flug auf die Isla de Margarita in Venezuela besteigen und erst Jahre später wieder zurückzukommen. ACHTUNG 2: Gemeinsamkeiten mit dem Urheber dieser Webseite über Südamerika sind nicht zufällig und nicht unbeabsichtigt.

Das Leben in unseren Breitengraden ist nämlich sehr lebenswert, vergleichsweise privilegiert und für die meisten Menschen auch genau das Richtige. Übrigens auch eine Erkenntnis des Backpackings, des Zurückkommens (Heimkommen oder „Der Blues zu Hause“) und des Reflektierens einer Backpacking-Reise (durch Südamerika…Gemeinsamkeiten mit dem Urheber…)

Warum Backpacker backpacken und langzeitreisen – Grund 2: Persönliche Voraussetzungen des künftigen Backpackers

Die unter Grund 1 aufgeführten Gründe und Voraussetzungen, warum Menschen auf Weltreise gehen, treffen auf einige Menschen zu. Das macht sie aber noch lange nicht zu Langzeit-Backpackern. Welche persönlichen Voraussetzungen, Neigungen und Wünsche muss der Backpacker mitbringen, damit er backpacken geht?

In erster Linie gehört dazu, dass er eine gewisse Reiselust mitbringt. Es muss Interesse, vorhanden sein, andere Länder, Regionen und Kontinente mitsamt deren Kulturen (nicht zwingend…) und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. In meinem Fall war das beispielsweise der über Jahre gereifte Traum, Lateinamerika und speziell Südamerika zu bereisen. (Wie es dazu kam: Über mich). Die Reiselust wird unter den „exzessiv“ Reisenden häufig als „Reise-Virus“ bezeichnet, mit dem sie sich – meist unheilbar – angesteckt hatten.

Um am Ende diese Grundvoraussetzungen in die Praxis umzusetzen und die Langzeitreise mit dem Rucksack tatsächlich wahr zu machen, braucht es nun noch eine wichtige persönliche Zutat im Charakter des Backpackers: Mut! Wie einleitend festgestellt sprechen viele Gründe (vordergründig) gegen die Durchführung einer Weltreise. Diese gilt es zu überwinden und dazu braucht es Mut.

Vorgeplänkel! Aber was ist jetzt eigentlich so toll am Backpacking selbst???

Warum Backpacker backpacken und langzeitreisen – Grund 3: Schier grenzenlose Freiheit

Als Backpacker hat man in der Regel keine festen und verpflichtenden Termine. Sicher einer der Hauptgründe, warum Backpacker das Backpacken so cool finden. Morgens aufstehen und erst mal schauen, was geht (oder nicht geht…). Vielleicht beim Frühstück im Hostel jemanden kennenlernen, der eine tolle Idee hat, z.B. den Besuch eines echten Geheimtipps auf der Landkarte der Sehenswürdigkeiten Südamerikas. Vielleicht sogar die Reiseroute spontan ändern. Ich habe meine Reise-Route durch Südamerika mehrmals teils gravierend geändert, was sich immer lohnte. Man kann also tun und lassen, was man will, wann man will und mit wem man will. Im Alltag zu Hause eher nicht oder nur begrenzt möglich.

Warum Backpacker backpacken und langzeitreisen – Grund 4: Keine Post, kein Papierkram, keine Amtsgänge

Oh ja! Das habe ich auch erst so richtig festgestellt, als ich wieder eine Weile zurück war, und mich mal wieder der zeitraubende Papierkram nervte. Auf meiner fast zweieinhalbjährigen Südamerika-Reise war ich ja einer der glücklichen Backpacker, die eine sehr gut funktionierende Heimatbasis hatten. Meine ReZe legte meinen Kram, der per Post reinschneite, ab und erledigte mir zuverlässig sämtlichen Papierkrieg, der da irgendwie anfiel. So brachten wir gemeinsam per Fernanweisung aus einem Internetcafé in Leticia im Amazonasgebiet sogar einen Einspruch gegen den Steuerbescheid zu meiner kurz vor Abreise noch eingereichten Steuererklärung durch.

Übrigens erstaunlich festzustellen, was passiert, wenn man einen Großteil der eintreffenden Post einfach nur ablegt und wirklich nur in die wichtigsten Papierkram-Sachen Zeit investiert: NICHTS!!!

Warum Backpacker backpacken und langzeitreisen – Grund 5: Weil man im Rucksack alles drin hat, was man braucht

Es ist erstaunlich, wie wenig es eigentlich braucht, um zu leben. Meinen treuen Begleiter auf meiner Südamerika-Backpacking-Tour – meinen Rucksack – nannte ich daher auch gerne „mein Haus“. Ist man mit einer übersichtlichen Packliste – wie ich in Südamerika – unterwegs, so wird einem nur wenig Gewicht den Rücken plagen, man wird locker in die meisten Transportmittel reinpassen, und es wird aber trotzdem alles vorhanden sein, um eine ganze Weltreise zu absolvieren. Auch in Reisezielen wie Südamerika, wo beinahe alle erdenklichen klimatischen Regionen bereist werden können, kommt man mit einer schmalen Backpacking-Packliste aus, ohne dass man frieren oder wegen der falschen Schuhe umkehren muss.

Es ist doch ein schönes Gefühl, mit seinem Rucksack an ein neues Reiseziel zu kommen und dort eigentlich alles zu haben, was es braucht, oder? Ein Gefühl , dass die Backpacker so lieben! Rucksack satteln…und weiter geht’s!!!

Das sind noch lange nicht alle Gründe, warum Backpacker backpacken. Dafür benötigt dieser Artikel noch mindestens einen zweiten Teil…

Schau deshalb wieder bei ulmis Reisen – Inspiration Südamerika vorbei und Du wirst von weiteren Gründen erfahren, warum Backpacker beispielsweise auf eine wochenlange, monatelange oder gar jahrelange Route durch Südamerika aufbrechen: Busfahrten, Garküchen, Individualismus zählen dazu!

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