Brasilien: Reisetipp Fortaleza – die „hässliche Schöne“ im Nordosten Brasiliens, Teil 3

Fortaleza: letzter Teil meines Artikels über die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Ceará. Noch mehr Sehenswürdigkeiten, Geheimtipps und Veranstaltungstipps für Fortaleza…und außerdem Empfehlungen für Kulinarisches. Hinweis: Für die offiziellen, kulturellen Veranstaltungen der Stadt gibt es ein Heftchen, welches beispielsweise bei der Touristeninformation erhältlich ist.

Mercado São Sebastião:

Hier gehen die Einheimischen einkaufen. Dieser Markt – bestehend aus mehreren Markthallen – ist viel authentischer als der Mercado Central. Vor allem Lebensmittel, Obst, Früchte, Fisch, Fleisch können dort frisch und für gute Preise erstanden werden. Es gibt aber auch einen Bereich, wo Haushaltswaren und Souvenirs zum Verkauf stehen. Besonders interessant: In einer der Hallen laden kleine Restaurants zum Genuss einer der regionalen, brasilianischen Spezialitäten ein. Auf wenigen Quadratmetern wird dort von gewöhnlichen Menschen (ich meine: keine hoch bezahlten Spitzenköche) hervorragende Hausmannskost zubereitet. Ich aß dort einmal pro Woche. Beispiele von Gerichten: Buchada de boi, Buchada de bode, Buchada de carneiro, Sarrabulho.

Adresse: Rua General Clarindo de Queiroz, 1745 – Centro, Fortaleza (im Westen des Zentrums)

Geöffnet von Montag bis Samstag 05:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Sonntag 05:00 bis 12:00 Uhr (Stand 04/2015)

Fortal:

Ein riesen Fest, welches die Einwohner Fortalezas als „Karneval außerhalb der Saison“ bezeichnen. Er wurde geschaffen, um auch außerhalb der Karnevals-Zeit das spaßige Treiben erleben zu können und findet jeweils Ende Juli statt. Bekannte brasilianische Karneval-Bands treten auf, und man kann sich einem sogenannten „Bloco“ anschließen. Der Fortal dauert mehrere Tage.

Vila das Artes:

Die „Vila das Artes“ ist ein städtisches Kulturzentrum, welches für Jedermann verschiedene kulturelle Angebote bereit hält. Hierzu zählen beispielsweise Tanz- oder Theaterkurse. Während meiner Zeit in Fortaleza wurde jeden Mittwoch ein „Film der Woche“ gezeigt, Eintritt gratis. Besonders interessant war eine Serie von durch das Kulturzentrum produzierten Kurzfilmen, die über das Leben und die Menschen in Fortaleza berichteten. Die „Vila das Artes“ befindet sich im Westen des Zentrums, nur ein paar Blocks vom Mercado São Sebastião (s.o.).

Adresse: Rua 24 de Maio, 1221 – Centro, Fortaleza

Im Viertel ein Bier trinken gehen:

Genauso, wie es die Brasilianer lieben, am Strand zu essen und zu trinken, halten sie sich gerne an öffentlichen Plätzen auf, um dasselbe zu tun. Die ersten Tage nächtigte ich in Fortaleza in einer Couchsurfing-Unterkunft. Da seinerzeit (Juni/Juli 2012) die Fussball-Europameisterschaft stattfand, suchte ich hin und wieder diesen öffentlichen Ort auf, um bei einem Bier und in Gesellschaft ein (paar) Bier trinken zu gehen und dabei Fussball-Spiele zu verfolgen.

Tagsüber ganz unscheinbar dieser Platz in irgendeinem Viertel Fortalezas. Abends öffnen die Buden, es gibt kaltes Bier und einfache Speisen. Die Leute der Umgebung treffen sich hier.
Tagsüber ganz unscheinbar dieser Platz in irgendeinem Viertel Fortalezas. Abends öffnen die Buden, es gibt kaltes Bier und einfache Speisen. Die Leute der Umgebung treffen sich hier.

Mit meiner Gastgeberin trafen wir uns außerdem eines Abends an diesem Platz, um ein paar gemütliche Bier in Gesellschaft zu genießen. Es ist uninteressant, in welchem Viertel sich dieser Platz befindet. Wichtig ist, zu wissen, dass Brasilianer – wie übrigens die meisten Südamerikaner – wenn es das Wetter und die Temperaturen zulassen, gerne unter freiem Himmel mit Freunden sitzen, reden und trinken.

Caranguejo (Krebs), Carne de Sol und Feijão verde essen gehen:

Caranguejo, Carne de Sol und Caldo verde zählen zu den Spezialitäten Fortalezas. Um Caranguejo oder Carne de Sol zu probieren, geht man am besten in die einschlägigen Restaurants an der Strandpromenade Avenida Beira Mar oder in der näheren Umgebung.

Ich bereite mir selbst ein "Carne de Sol". Leider war das Fleisch derart vorgesalzen und ich kannte nicht den Zubereitungs-Trick. So war es sehr salzig und kaum genießbar.
Ich bereite mir selbst ein „Carne de Sol“. Leider war das Fleisch derart vorgesalzen und ich kannte nicht den Zubereitungs-Trick. So war es sehr salzig und kaum genießbar.

In Brasilien  wird (wie in den meisten anderen südamerikanischen Ländern) allgemein viel Bohnen gegessen. Im Nordosten, und so auch in Fortaleza, spielt zudem die grüne Bohne in der Küche eine große Rolle. Daher ein guter Geheimtipp für ein traditionelles Essen aus Fortaleza. Im Restaurant „Kina do Feijão Verde“ ist, wie der Name schon sagt, ein guter Teil der Speisekarte Gerichten rund um die grüne Bohne gewidmet. Auch in den einschlägigen einfachen Restaurants, wo kostengünstige und solide Tagesgerichte (Prato feito) angeboten werden, gibt es manchmal eine Suppe mit Feijão verde. Man muss allerdings etwas suchen und fragen.

Adresse „Kina do Feijão Verde“: Rua João Cordeiro, 1697 – Aldeota, Fortaleza

Auf der Straße Tapioca essen:

Alle paar Hundert Meter sowie oft an strategischen Orten wie außerhalb des Busbahnhofes trifft man in Fortaleza auf kleine Straßen-Stände, wo Tapioca verkauft wird. In aller Regel handelt es sich dabei um die simple Variante der Tapioca: Das heißt, dass normalerweise als „Beilage“ entweder Butter/Margarine, Kondensmilch und/oder ein spezieller Käse (Queijo de moça) gewählt werden können. Auf kleinen Bratflächen werden in einer kreisrunden Blechform rund 1 Zentimeter dicke Tapioca zubereitet, die dann in dünnen Plastiktütchen und mit – oder auch ohne – die gewählte „Beilage“ gereicht werden. Ein praktischer, wohlschmeckender und dabei noch sehr günstiger Snack (2012 für umgerechnet rund 30 bis 40 Eurocent zu haben) für zwischendurch und für auf die Hand.

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