Rezept Chipas – Spezialität aus Argentinien und Paraguay

Kulinarisches und Rezepte aus Argentinien bzw. Paraguay, Südamerika: Diese Spezialität ist eine sehr einfach zuzubereitende Backware. Die vor allem in Paraguay allgegenwärtigen Chipas (Verkauf auf der Straße, von fliegenden Händlern im Bus oder Busbahnhof, in Imbissen) sind das Pendant zu den in Brasilien beliebten Pão de Queijo, in Bolivien werden sie Cuñapé genannt. Ebenso im Norden Argentiniens sind die in Kugel- oder Ringform vorkommenden Chipas anzutreffen, im Rest Argentiniens eher nicht. Ein paar Hintergrundinformationen über die Chipas gibt es auf Wikipedia: Chipas bei Wikipedia.

(Rezept Chipas gelernt bei: einer Freundin meines Couchsurfing-Hosts in San Salvador de Jujuy, Argentinien)

Zutaten Chipas (für ca. 10 Stück)

0.5 kg Fécula de Mandioca (gleichbedeutend mit Almidón de Mandioca und Polvilho * (azedo oder doce)), 2 Eier, 0.2 L Milch, 100 Gramm Schweineschmalz, 300 Gramm Käse (100 Gramm Pecorino Sardo (Schafskäse), 100 Gramm Gouda, 100 Gramm Parmesan), 2-3 Teelöffel Salz.

* Polvilho ist die brasilianische Bezeichnung für das ganz feine, weiße Pulver der Maniok-Pflanze, Maniok-Stärke genannt. Polvilho azedo (=sauer) ist die fermentierte Version des Polvilho. Unfermentiert wird es Polvilho doce genannt. Für die Herstellung der Chipas (oder auch der brasilianischen Pão de Queijo) kann sowohl Polvilho azedo als auch Polvilho doce verwendet werden. Bei ersterem werden die Chipas beim Backen mehr aufgehen und außerdem innen eine „luftigere“ Konsistenz haben, der gebackene Teig ist nicht so komprimiert wie bei der Verwendung von Polvilho doce.

In Europa ist Polvilho in portugiesischen, spanischen oder südamerikanischen Lebensmittelgeschäften erhältlich. In spanischsprachigen Läden in der Regel Fécula de Mandioca oder Almidón de Mandioca genannt.

Zubereitung Chipas

Die Milch erwärmen, aber nicht kochen und in einer Schüssel mit den Eiern vermischen. Das Schweineschmalz hinzugeben und solange leicht rühren, bis das Schmalz komplett geschmolzen und mit der bestehenden Flüssigkeit gut vermischt ist.

Den Pecorino Sardo und den Parmesan reiben und den Gouda in Stücke von rund 0.5 cm Kantenlänge zerkleinern. Anschließend alle Käsesorten in die Schüssel geben. Nun unter ständigem Rühren Stück für Stück die Maniok-Stärke zugeben. Nicht zu schnell zugeben, sodass keine Klumpen entstehen und die Flüssigkeit bzw. dann entstehende Masse stets homogen bleibt. So lange Maniok-Stärke dazugeben, bis eine homogene und trockene Teigmasse entsteht. 2 bis 3 Teelöffel Salz unter die Masse mischen. Die Teigmasse ist trocken genug, wenn sie nicht mehr an den Händen kleben bleibt, keinen speckigen Glanz mehr hat, aber nicht bröselig und inhomogen ist.

Den Teig in 10 ungefähr gleich große Teile zerteilen, zu Kugeln rollen und anschließend zu einer 2 bis 3 Zentimeter hohen Scheibe (Form ungefähr die eines Eishockey-Pucks, aber überall rund, sprich keine (eckigen) Kanten) mit einem Durchmesser von rund 5 Zentimetern zusammendrücken. In der Mitte ein Loch machen, so dass die ringförmige Variante der Chipa vorliegt. Die Chipas auf ein Backblech oder auf ein Backpapier legen.

Mein Chipas-Teig hätte ruhig noch ein bisschen trockener sein dürfen...
Mein Chipas-Teig hätte ruhig noch ein bisschen trockener sein dürfen…

Den Backofen bei Umluft auf ca. 180 Grad vorheizen. Die Chipas bei 180 Grad rund 20-30 Minuten backen. Wenn die Oberfläche der Chipas beginnt, braun zu werden, sollten sie fertig sein.

...dann wären die Chipas nicht so plattgedrückt rausgekommen
…dann wären die Chipas nicht so plattgedrückt rausgekommen. Dem Geschmack hat’s nicht geschadet.

Tipp: Die bereits geformten Chipas können eingefroren und dadurch lange Zeit gelagert werden.

Die ringförmige Variante der Chipas ist die vor allem in Paraguay überwiegend anzutreffende Form. Chipas gibt es jedoch auch in Kugelform. Das brasilianische Pendant der Chipa ist das Pão de Queijo (Käsebrot), welches ebenfalls kugelförmig daherkommt. In Bolivien spricht man vom Cuñapé, ebenfalls kugelförmig.

Fazit zu paraguayischen und argentinischen Chipas

Chipas sind also eine sehr einfach nachzukochende Spezialität aus Südamerika. Auf Reisen/Backpacking sind sie ein praktischer, günstiger und leckerer Snack für zwischendurch, der zudem – vor allem in Paraguay – sehr gut erhältlich ist. Auch und gerade dort, wo Menschen reisen oder sich im Alltag fortbewegen, gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit jemanden, der Chipas direkt auf die Hand verkauft: An Bushaltestellen, am Busbahnhof oder direkt durch fliegende Händler im Bus selbst, aber auch auf (Straßen-)Märkten.

Buen provecho! Bom apetite! Guten Appetit!

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